Konventionelle Abwasserentsorgung

Entstehung der Hamburger Abwasserentsorgung

Die Entstehung der heute üblichen Schwemmkanalisation in Hamburg, bei der große Mengen Wasser benötigt werden, um Fäkalien gemeinsam mit anderem Schmutzwasser in ein zentrales Klärwerk zu spülen, geht auf den englischen Ingenieur William Lindley zurück. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entsorgten Hamburger Bürger das Abwasser auf der Straße und verunreinigten so die Trinkwasserquellen Elbe und Alster. Dies führte zu schweren Epidemien. Nach dem großen Brand von 1842 konzipierte Lindley das erste Hamburger Sielnetz – das damit älteste in Kontinentaleuropa – und reorganisierte die Trinkwasserversorgung. Dadurch verbesserten sich die hygienischen Zustände enorm und Krankheiten wie Cholera, die sich durch verunreinigtes Wasser rasch ausbreiteten, gehören inzwischen der Vergangenheit an.

 

450.000 Kubikmeter gereinigtes Abwasser pro Tag

Dank des stetigen Ausbaus der Kanalisation gelangen seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts große (Ab-) Wassermengen durch ein etwa 5.500 Kilometer langes Kanalisationsnetz zum Klärwerksverbund Köhlbrandhöft/Dradenau. Dort wird das Hamburger Abwasser zentral behandelt. Mit einer Belastungsgröße von 2,9 Millionen Einwohnerwerten gehört diese Anlage zu den größten und zugleich modernsten in Deutschland. Täglich werden dort durchschnittlich 450.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. Nach der Reinigung ist das Wasser wieder so sauber, dass es zurück in die Elbe geleitet werden kann. Durch die Abwasserbehandlung werden auch Nährstoffe wie z.B. Stickstoff oder Phosphor entfernt, die über menschliche Ausscheidungen in das Abwasser gelangt sind. Diese Nährstoffe sind auf dem Land lebensnotwendig, im Wasser dagegen schädlich. Nährstoffe wie Phosphor und Kalium sind nur begrenzt auf der Erde verfügbar und werden in der Regel über herkömmliche Klärprozesse nicht zurückgewonnen.

 

Einsatz des HAMBURG WATER Cycle®

HAMBURG WASSER hat sich zum Ziel gesetzt, diese offenen Kreisläufe mit energiesparenden Techniken und nachhaltigen Konzepten zu schließen. Zu diesem Zweck hat das Hamburger Unternehmen mit dem HAMBURG WATER Cycle® ein innovatives, integriertes Entwässerungs- und Energieerzeugungskonzept entwickelt, das effizient in das bestehende System integriert werden kann. Der HAMBURG WATER Cycle® bietet ein Konzept für eine dezentrale Entwässerung, bei der Nährstoffe zurückgewonnen werden und regenerative Energie erzeugt wird.