Die Bebauung der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld ist das bedeutendste Wohnungsbauprojekt im Hamburger Bezirk Wandsbek. Hier entsteht Wohnraum für über 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner unter Einsatz des innovativen HWC-Konzeptes.



Entwicklung HWC-Konzept für die Jenfelder Au (2007-2011)

Der Bebauungsplan der Jenfelder Au geht auf einen Entwurf des Rotterdamer Büros West 8 zurück. Die Niederländer konnten sich im Jahre 2006 mit ihrem Konzeptentwurf in einem städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb als Sieger durchsetzen. Die Planungen des Büros West 8 zeigen eindrucksvolle Lösungen, die aus städtebaulicher Sicht und im Umgang mit Wasser und Energie neue Maßstäbe setzen. Neben dem Wohnen am Wasser war auch die Idee, Ensembles aus urbanen Stadthaustypen zu schaffen, die in vielfältiger Weise kombiniert und aneinander gereiht werden, überzeugend.

In dem lebendigen, modernen und abwechslungsreichen Quartier entsteht nicht nur Wohnraum für über 2000 Menschen, sondern auch Flächen für Gewerbe. Zusätzlich werden einladende Grün- und Wasserflächen mit dem zentralen Kaskadenpark und Kühnbachteich realisiert. Einige denkmalgeschützte Kasernengebäude aus den Jahren 1934/35 und der Exerzierplatz der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne bleiben als Gesamtensemble erhalten.



Ein neues Quartier inmitten von Jenfeld

Das neue Quartier Jenfelder Au entsteht an einem historischen Ort. Die Lettow-Vorbeck-Kaserne wurde in den Jahren 1934/35 zusammen mit der Von-Estorff-Kaserne errichtet. Bis zur Zusammenlegung beider Kasernen nach 1945 zu einer Doppelkaserne trennte die Kelloggstraße beide Areale. Mit der Neuordnung der Truppenstandorte durch den Bund wurde die Kaserne 1998 geschlossen. Für den Stadtteil bedeutete dies strukturell zwar zunächst einen erheblichen Verlust. Gleichwohl wurde aber schnell deutlich, welche enormen Entwicklungschancen sich damit eröffnen.

Die Jenfelder Au schließt die Lücke zwischen den Ortsteilen Jenfeld, Tonndorf und Hohenhorst und bringt mit seiner lockeren Bebauung und den großzügigen öffentlichen Plätzen ideale Voraussetzungen mit, Jenfelds neue Mitte zu werden.

Um die Jenfelderinnen und Jenfelder für ihr neues Quartier und künftiges Zentrum zu begeistern, sind alle interessierten Bürger und wichtige lokale Akteure wie die Stadtteilkonferenz von Beginn an in den Planungsprozess eingebunden. So wurde beispielsweise der Name Jenfelder Au in einem hamburgweiten Wettbewerb ermittelt. Zudem gab es von 2013 bis 2017 vor Ort die Ausstellung Stadtquartier Jenfelder Au, welche über die Planungen informierte und Raum für Fragen bot.



Spatenstich für den Leitungsbau (2013-2016)

Im ersten Bauabschnitt wurden die Schwarz- und Grauwasserleitungen in der Jenfelder Au gebaut. Hierzu war im Herbst 2013 der Spatenstich, bei dem die Hamburger Umweltsenatorin Jutta Blankau, HAMBURG WASSER-Geschäftsführer Michael Beckereit sowie Vertreter der Fördermittelgeber feierlich den Baubeginn markiert haben. Der Leitungsbau für über 3400 m Schwarzwasser-Vakuumleitungen und 2900 m Grauwasser-Gefälleleitungen wurde im Rahmen der Erschließung des gesamten Gebietes im Jahr 2016 fertiggestellt.

Auch die Pumpwerke für Grauwasser und für Schwarzwasser gehören hierzu. Das Schwarzwasserpumpwerk steht auf dem lokalen Betriebshof von HAMBURG WASSER in der Jenfelder Au und sorgt mit seinen Pumpen und Tanks immer für ausreichend Vakuum im Schwarzwassernetz. Die wichtigsten Augenblicke und Momente zum Bau der Vakuumstation sind in dem folgenden Video festgehalten.



Inbetriebnahme des Schwarzwasser-Unterdrucknetzes (2016)

Das getrennte Entwässerungsnetz von Schwarzwasser und Grauwasser im HAMBURG WATER Cycle® ist seit Herbst 2016 vollständig gebaut und wurde offiziell in Betrieb genommen. Seitdem gewährleistet HAMBURG WASSER die sichere Entwässerung für die Bewohnerinnen und Bewohner am HAMBURG WATER Cycle® in der Jenfelder Au. HAMBURG WASSER hat wichtige Momente zum Betriebsbeginn, wie Funktionstest und der ersten Hausanschlussöffnung gefilmt und zeigt diese in dem folgenden Video.



Bewohnereinzug (seit 2017)

Im Frühjahr 2017 sind die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in ihre Wohnungen in der Jenfelder Au eingezogen – und immer weitere Gebäude befinden sich in der Hochbauphase. Nach und nach werden nun immer mehr Menschen in die Jenfelder Au einziehen, um das Leben am Wasser zu genießen. Im Vollausbau werden 835 Wohneinheiten an den HAMBURG WATER Cycle® angeschlossen sein und über 2000 Menschen hier ein neues Zuhause finden.

HAMBURG WASSER dokumentiert die Meilensteine im Bau in der Jenfelder Au mit der Unterstützung der EU Life+ Förderung. 



Inbetriebnahme Schwarzwasserbehandlung (2019)

Die Schwarzwasserbehandlung - das Herzstück des neuen & innovativen Abwasserkonzepts des HAMBURG WATER Cycle® - wurde am 18.06.2019 offiziell in Betrieb genommen. Nun kann das anfallende Schwarzwasser direkt in der Jenfelder Au verwendet werden und dient fortan als Energielieferant. In einem Fermenter vergärt das Schwarzwasser zusammen mit Co-Substrat und es entsteht Biogas. Ein Blockheizkraftwerk nutzt das gewonnene Biogas anschließend zur Strom- und Wärmeerzeugung. Zusätzlich zur Energiegewinnung ist auch der niedrige Wasserbedarf beim HAMBURG WATER Cycle® ein wichtiges Merkmal des Projektes.



Bau von 2 Versuchsanlagen für die Grauwasserbehandlung (4. Quartal 2019)

Im Herbst 2019 beginnt in der Jenfelder Au der Bau von zwei Versuchsanlagen für die Grauwasserbehandlung. Die zwei Anlagen sollen ab Anfang 2020 erste Ergebnisse liefern und eine geeignete Methode zur Grauwasserbehandlung in der Jenfelder Au ermitteln. Zusätzlich haben Studenten und Forschungsgruppen die Möglichkeit, Projekte zum Thema Grauwasser an einem realen Stoffstrom durchzuführen. Die daraus entstehenden Versuchsergebnisse können wichtige Erfahrungswerte für zukünftige Projekte der Grauwasserbehandlung sein.