Wandel der Rahmenbedingungen

Phosphor als wichtiger Rohstoff

Der globale Bevölkerungszuwachs, die weltweite Verstädterung und der zunehmende Konsum in den großen Wachstumsmärkten führen dazu, dass wichtige Ressourcen immer knapper werden. Diese Entwicklung zeichnet sich bereits seit geraumer Zeit ab. Ein Anzeichen dafür sind beispielsweise die stetig steigenden Energiepreise. Es ist abzusehen, dass natürliche Ressourcen knapper und infolgedessen teurer werden. Dies betrifft zum Beispiel die Phosphorreserven, welche nach Expertenmeinung je nach Entwicklungsszenario in 60-130 Jahren erschöpft sein werden. Da Phosphor ein für das Pflanzenwachstum elementarer Nährstoff ist, kann ein entsprechender Mangel zu einer Verknappung in der Nahrungsmittelindustrie führen.

 

Herausforderungen in der Trinkwasserversorgung

Die Ressource Trinkwasser ist bereits in vielen Regionen der Welt ein knappes Gut. Etwa eine Milliarde Menschen haben derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und ca. 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. In den kommenden Jahren wird sich die Situation verschärfen, weil die Nachfrage nach Wasser ebenso wie die Verschmutzung des Wassers zunimmt.

In Deutschland stehen wir vor anderen Herausforderungen: Seit Jahren beobachten wir einen sinkenden Trinkwasserbedarf, weil zahlreiche Innovationen dazu beitragen, dass  technische Geräte wie beispielsweise Waschmaschinen immer weniger Wasser benötigen. Der sinkende Bedarf führt dazu, dass unser erprobtes System der Schwemmkanalisation nicht ausgelastet ist. Aufgrund seiner Größe benötigt das Hamburger Sielnetz aber einen konstanten Wasserdurchfluss, um die eingeleiteten Abwässer bis zum Klärwerk zu befördern. Nimmt der Trinkwasserbedarf weiter ab – wovon auszugehen ist –, muss das Sielnetz künstlich gespült werden, damit es nicht unangenehm aus den Gullis riecht.

Nicht zuletzt wirkt sich der demographische Wandel auf die Wasserver- und -entsorgung aus. Da der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung wächst, was mit einem höheren Arzneimittelkonsum einhergeht, steigt auch die Belastung des Abwassers durch Medikamentenrückstände – sogenannte Mikroschadstoffe. Diese können nur schwer aus dem Abwasser entfernt werden.

 

HAMBURG WATER Cycle®: Verknüpfung von Wasser, Energie und Rohstoffen

Der Wandel der Rahmenbedingungen auf globaler wie lokaler Ebene macht ein Umdenken nötig. Es gilt neue Technologien zu entwickeln, die nachhaltig mit Energie, Nährstoffen und Wasser umgehen. Zu diesem Zweck entwickelt HAMBURG WASSER mit dem HAMBURG WATER Cycle® ein innovatives, integriertes Entwässerungs- und Energieerzeugungskonzept, das in einem Pilotprojekt im Hamburger Stadtgebiet umgesetzt wird. Es verdeutlicht, dass eine energieautarke Abwasserentsorgung und zugleich eine Rückgewinnung lebensnotwendiger Nährstoffe aus Abwasser im urbanen Raum möglich ist.